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Migräne

Gewitter im Kopf!
Kopfschmerz nicht Migräne!
Migräne nicht Kopfschmerz!

„Den Körper verstehen lernen dadurch Ängste und Vorurteile abbauen“

Statistik

Jeder 8. in Deutschland leidet unter Migräne

  • 14 Prozent Frauen
  • 7 Prozent Männer

( Europa und USA)

Kopfschmerzarten

Definition „Migräne“

  • Nicht jeder Kopfschmerz ist eine Migräneattacke.
  • Die Kombination von Kopfschmerz und vegetativen Begleiterscheinungen (Übelkeit, Erbrechen u.s.w) sind typisch für Migräne.
  • Die Art der Symptome kann sehr wohl von Attacke zu Attacke wechseln
Migräneform 1

Einfache Migräne (Migräne ohne Aura):

  1. frühen Morgenstunden
  2. pulsierend, pochend oder stechend
  3. halbseitig
  4. Schmerzen immer stärker
  5. Übelkeit bis zum Erbrechen
  6. Dauer ca. 4 – 72 Std.
  7. Schmerz mittelschwer bis stark (Stirn, Schläfen und Augengegend auch Hinterkopf u. Nacken)

Migräneform 2

Klassische Migräne (Migräne mit Aura):

  1. Neurologische Störungen gehen voraus
  2. Sehstörungen, „blinder“ Fleck im Gesichtsfeld (Skotom), flimmernde Zacken
  3. Blitze, wandernde Lichtpunkte
  4. Doppelbilder
  5. Taubheit u. Kribbeln in den Gliedmaßen
  6. Kurzzeitige Lähmungen,
  7. Gleichgewichts- u. Sprachstörungen
  8. Aufbau ca. 5 -15 Min.
  9. ca. 30 Min. vollständige Zurückbildung

Migräneform 3

Komplizierte Migräne ( Migräne mit verlängerter Aura):

1.Ausfallerscheinungen wie bei der Klassischen, aber über 24 Std., selten bis zu einer Woche.
Diese Form ist sehr selten.
Frauen betroffen:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Hormone

Häufigkeit Migräneattacke

Häufigkeit:

1 – 2 pro Jahr
1 – 2 pro Monat
50 % weniger als 1 im Monat

Dauer der Migräneattacke

Auslöser einer Migräne

 

Folgende Faktoren werden von Betroffenen genannt:

Ernährung: z. B. Schokolade, Käse, Rotwein, Kaffee oder Tee. Auch das Weglassen von Mahlzeiten kann zur Migräne führen

weibliche Hormone: Periode, hormonelle Verhütungsmittel

Schlaf: zu viel oder zu wenig Schlaf

Gefühlslage: Stress oder Entspannung nach einer stressreichen Zeit

Körper: anstrengende Tätigkeiten

Umwelt: Wetterumschwünge, helles Licht, Blitzlichter,
Geräusche und starke Gerüche

Um Ihre ganz persönlichen Migräne-Auslöser zu bestimmen, ist es vorteilhaft, ein Migräne-Tagebuch zu führen.

Prodromalsymptome

Vorboten: Vorboten:
  • Reizbarkeit
  • Depressive Verstimmung
  • Konzentrationsschwäche
  • Leistungsminderung
  • Müdigkeit, Gähnen
  • Antriebssteigerung
  • Gefühl des Drucks im Kopf
  • Schwere im Kopf
  • Schlafstörungen
  • Heißhunger auf Süßes
  • Abneigung gegen Speisen
  • Stärkere Wahrnehmung von Gerüchen und Geräuschen
  • Verstopfung
  • Schlafstörungen
  • Wassereinlagerung
  • Anschwellen von Füßen und Händen

 

Verlauf eines Migräne-Anfalls


Die typische Migräne gliedert sich in drei Bereiche, die meist auch einen zeitlichen Rhythmus bilden:
Sie kündigt sich mit sogenannten Vorboten (Hinweissymptome) an, entwickelt sich weiter zu dem eigentlichen Kopfschmerz mit typischen Begleitsymptomen.


„modifiziert nach H. Göbel, Kopfschmerzen und Migräne"

Rückbildungsphase: Die Symptome nehmen ab, die Betroffenen fühlen sich müde und abgespannt. Bis zur vollständigen Erholung können weitere zwölf bis 24 Stunden vergehen.

Typische Begleitsymptome

Migräne ist jedoch mehr als nur Kopfschmerz:


Übelkeit / Erbrechen
Licht- und Lärmempfindlichkeit sind häufige Begleitsymptome des Migränekopfschmerzes.
Geruchsüberempfindlichkeit und Appetitlosigkeit
Ca. 15 % der Betroffenen haben vor Einsetzen des Kopfschmerzes Ausfallerscheinungen:
  • Sehstörungen in Form von Doppelsehen
  • Lichtblitze,
  • Sprachstörungen und Schwindel.
Diese Symptome verschwinden meist vollständig mit dem Einsetzen des Migränekopfschmerzes
In solchen Fällen spricht man von einer Migräne mit Aura.

Migräne und Triggerfaktoren


3 von 4 Migränikern wissen was eine Attacke bei ihnen auslösen kann.

Betroffene können oft sogar 6 – 7 Auslöser benennen.

  1. Stress
  2. Hormonschwankungen
  3. Hunger
  4. Wetterwechsel
  5. Änderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus
  6. Alkohol und Rauchen

Wie finde ich meine Migräneauslöser

Migräne – Tagebuch führen: download www.dak.de

  • Migräneanfall
  • andere Kopfschmerzen
  • Dauer in Stunden
  • Intensität des Schmerzes
  • pulsierend oder pochend
  • drücken oder dumpf
  • Übelkeit, Erbrechen
  • licht- u. lärmempfindlich
  • Stimmungslage
  • Arbeitsunfähigkeit
  • Medikamenteneinnahme (Schmerzmedikamente)

Zusätzliche Informationen für das Tagebuch:

  • Verzehr best. Nahrungsmittel
  • Anstrengende Tage oder Erlebnisse
  • Negativer Stress - Überforderung
  • Positiver Stress – Vorfreude
  • Frauen – Monatszyklus
  • Hormone
  • Wetter: Föhn – Schwüle Luftdruckabfall
  • Starke äußere Reize – helles Licht, flackerndes Licht, Lärm
  • Medikamenteneinnahme (z.B. Blutdruckmedikament usw.)

Migräne - Therapie

Eine Migräne, die oft über Jahre besteht, ist nicht innerhalb von kurzer Zeit erfolgreich zu therapieren.
Langfristig verspricht die Kombination aus medikamentösen und nicht medikamentösen Maßnahmen am meisten Erfolg.
Entscheidend für die Therapiewahl sind Intensität und Häufigkeit der Migräneattacken.
Eine medikamentöse Therapie für die Aurasymptomatik gibt es nicht.

Welche Maßnahmen können Sie ergreifen

Allg. Maßnahmen:

Kopfschmerztagebuch:

  • Häufigkeit
  • Dauer
  • Schwere
  • Einnahme von Medikamenten

Auslösende Faktoren kennen und beseitigen

  • Umorganisation im Haushalt und Beruf
  • meiden migräneauslösender Stress – Situationen
  • meiden von Lebensmitteln, die eindeutig Auslöser sind
  • Hunger und Flüssigkeitsverlust meiden
  • Kampfsportart nicht mit maximalen Ehrgeiz betreiben
  • Lebensrhythmus und Essverhalten zum Wochenende nicht verändern

Wie können sie sich helfen ?

Linderung durch:

  • homöopathische Mittel
  • Phytotherapie
  • Ernährungstherapie
  • Sonstiges

Homöopathie

Arzneien der Homöopathie lassen sich bei Migräne erfolgreich einsetzen
Auswahl der Mittel wird exakt auf die seelische und körperliche Befindlichkeit des Einzelnen abgestimmt
Erfolg der Therapie hängt ganz davon ab, ob es gelingt, die richtige Auswahl zu treffen und genau die Substanz zu finden, auf die der Körper anspricht
Eine Selbstmedikation ist aus diesem Grund meist schwierig
Es empfiehlt sich ein Besuch bei einem naturheilkundlich arbeitenden Arzt.

Phytotherapie - Pflanzentherapie

„Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen“

Auch hier gilt der Grundsatz des Arztes Paracelsus:

"Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.„

Jede Pflanze enthält Wirkstoffe, die dem menschlichen Organismus helfen
können, lebenswichtige Prozesse zu stabilisieren oder gar aufrecht zu
erhalten.
Jeder reagiert anders auf Heilpflanzen.
Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, da die meisten Heilpflanzen
und Tees in Maßen genossen keine unangenehmen oder gar gefährlichen
Nebenwirkungen haben.
Geduld, da es über Nacht keine „Sofort – Wirkung“ gibt.

VORSICHT bei bekannten Allergien gegen Pflanzeninhaltsstoffe!

Teerezepte zur Vorbeugung

Schlüsselblumen – Tee (Primel)
  • 1 Teel. Schlüsselblumenwurzeln oder
  • 2 Teel. Schlüsselblumenblüten
  • mit ¼ l Wasser zum Sieden erhitzen
  • 5 Min. ziehen lassen, abseihen
  • 2-3 Tassen pro Tag davon trinken
Schwarzer Johannisbeeren - Blätter – Tee
  • 1-2 gehäufte Teel. Blätter
  • mit kaltem Wasser übergießen
  • langsam erhitzen
  • sofort abseihen
  • 2 –3 Tassen pro Tag davon trinken

Teerezepte bei Übelkeit

Basilikum-Bitterorangenblätter-Tee
  • gemischt im Verhältnis 1 : 1
Zubereitung:
  • 1 Teel. der Mischung mit einem ¼ l kochendem Wasser übergießen
  • 10 Min. ziehen lassen, abseihen
  • Bei Bedarf bis 3 Tassen tägl. Trinken.

Pfefferminzblätter – Tee oder
Pfefferminzblätter + Melissenblätter - Tee

  • gemischt zu gleichen Teilen
Zubereitung:
  • bei beiden Tees gleich
  • 2 Teel. mit einem ¼ l kochendem Wasser übergießen
  • 15 Min. ziehen lassen, abseihen
  • Bei Bedarf eine Tasse schluckweise trinken.

NICHT in der SCHWANGERSCHAFT!

Aloe – Vera Wüstenlilie

 


 

Ein Wunder der Natur!

Entsäuern, Entschlacken, Entgiften und Entfetten

Aloe-Vera-Gel:

(Barbadensis Miller)
3 x 30 ml tägl. kurz vor den Mahlzeiten einnehmen.

Große Wirkung kleiner Aufwand

Was können Sie noch tun:

  1. morgendliche Kalt / Warmduschen
  2. Trockenmassagen mit Bürsten oder Handschuhe
  3. Saunabesuche Pro + Contra
  4. Mehrmals wöchentl. Trainingsprogramm (Joggen, Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking) durchführen

Was sie meiden sollten:

  1. Zigaretten, Süßigkeiten (Zucker), Alkohol, schwarzen Tee, Kaffee reduzieren oder meiden
  2. Stress und Aufregung meiden, Terminkalender durchforsten und ein bis zwei Termin streichen!?
  3. Seelische Belastungen, Ängste und Sorgen ? beste Freundin
  4. unregelmäßiger Tagesablauf

Entspannungs- und Psychotherapie

Entspannungsmethoden:

  1. Muskelentspannung nach Jacobsen = PMR Anspannen und entspannen der Muskulatur ( Wahrnehmung )
  2. Autogenes Training
  3. Autosuggestion

Tägl. mindestens 15 Min.

  1. Yoga
  2. Meditation
  3. Fernöstl. Methoden wie: Qi Gong Tai Chi

Psychotherapie:

Migräne ist keine psychische Erkrankung. Die Schmerzen können aber zu psychischen Veränderungen führen, welche eine Behandlung sinnvoll machen.

Schmerzbewältigungstraining
  1. Furcht vor der Attacke
  2. Schmerz unter Kontrolle zu bekommen

Verhaltenstherapie
  1. Gezielte Verhaltensweisen lernen
  2. Prioritäten setzen
  3. Aufgaben delegieren lernen
  4. Belastende Situationen anders bewerten

Tipps für eine bessere Nachtruhe

  1. Nicht zu früh ins Bett (Schlaf-Wach- Rhythmus beachten)
  2. Wieder aufstehen, wenn man nicht schlafen kann
  3. Ruhige Tätigkeiten am späten Abend
  4. Gedämpftes Licht macht müde
  5. Autogenes Training lernen
  6. Langweilige Gute-Nacht-Lektüre
  7. abends leichte Mahlzeit, nicht zu spät, wenig aufputschende Getränk
  8. Abendspaziergang an der frischen Luft wirkt entspannend
  9. Keine Zweckenfremdung, das Bett ist zum Schlafen da (und für die schönste Sache...)

Gesund durch Bewegung


Sportliche Betätigung wirkt ausgleichend auf das belastete oder überlastete Nervensystem und entspannt die Seele.

Bewegungs- und Sportarten wählen die Spaß machen
  1. bewegen Sie sich leicht und locker
  2. vermeiden Sie Überanstrengung
  3. langsame Trainingssteigerung

Verbesserung der Leistungen des gesamten Organismus
  1. aktiviert den Kreislauf
  2. Sauerstoff gelangt in die entlegensten Zellen
  3. aktive Bewegung schafft Beweglichkeit

„Nicht jeder Tag ist gleich gut“

Migräne – Diät ( Vitalkost )

Vitalkost
  1. bes. gut bekömmlich
  2. pflanzl. betonte Vollwertkost
  3. nicht bes. reich an Rohkost
  4. Verdauungskraft für rohe Kost oft nicht ausreichend

basenbetonte Kost
hoher Anteil :
  1. Gemüse
  2. Obst
  3. Kartoffeln
  4. Kräutern- Kräutertee
  5. Mineralwasser mit wenig CO2


Vollwertkost

  1. weniger Vollkorn
  2. ovo-lakto-vegetabil orientiert
  3. wenig Fleisch und Fisch
  4. verzichtet auf:
  • industriell vorbereitete Nahung
  • viel Fett
  • Salz
  • denaturierte Eiweiße
  • Zusatzstoffe

 

„Ernährung ist nicht, was man isst, sondern was man verdaut“!

Franz-X. Mayer

Die Verdauungsorgane sind dem Ansturm verwertbarer Inhaltsstoffe nicht gewachsen. In Folge passiert etwas, was dem Stoffwechsel des Migränikers nicht besonders abträglich ist. Es entstehen Säuren in großen Mengen. Diese stören den Stoffwechsel der Gewebe unter Umständen so nachhaltig, dass die normalen Regulierungsvorgänge nicht mehr greifen.
Im Kopf kann dies zu Migräneanfallen führen

10 Regeln für vollwertiges „Essen und Trinken“ der deutschen Gesellschaft für Ernährung

Diese sichern eine ausreichende Zufuhr aller lebensnotwendigen Nährstoffe:

  1. Vielseitig essen
  2. Getreideprodukte - mehrmals am Tag und reichlich Kartoffeln
  3. Gemüse und Obst - Nimm "5 mal" am Tag...
  4. Täglich Milch und Milchprodukte, einmal in der Woche Fisch - Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen
  5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
  6. Zucker und Salz in Maßen
  7. Reichlich Flüssigkeit
  8. Schmackhaft und schonend zubereiten
  9. Nehmen Sie sich Zeit, genießen Sie Ihr Essen
  10. Achten Sie auf Ihr Wunschgewicht und bleiben Sie in Bewegung


© 2000 Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.

Die zehn Gebote für Kopfschmerzpatienten

  1. Vermeiden Sie die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln. Nur so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich, bis sie ganz darauf verzichten können.
  2. Versuchen Sie die Auslöser Ihrer Kopfschmerzen ausfindig zu machen und tunlichst zu vermeiden.
  3. Achten Sie auf regelmäßige Essenszeiten und meiden Sie jedes Zuviel an Fett, Süßigkeiten, Alkohol und Nikotin.
  4. Behalten Sie einen regelmäßigen Schlaf-Wachrhythmus bei, auch am Wochenende.
  5. Treiben sie regelmäßig Ausdauersport und Entspannungstraining
  6. Setzen sie sich selbst auch nicht unter Druck. Wenn es Ihnen zu viel wird, lassen Sie auch mal "fünfe gerade sein".
  7. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen; lernen Sie, auch mal NEIN zu sagen
  8. Freunden oder ein spontaner Kurzurlaub können Wunder wirken.
  9. Vermeiden Sie starke Aufregungen wie Streitgespräche und aufwühlende Filme oder Fernsehsendungen.
  10. Haben Sie Geduld. Behandlungserfolge brauchen Zeit, manchmal Monate

Führen Sie ein Schmerztagebuch zur Kontrolle.
Quelle: Stiftung Kopfschmerz

Arztbesuch

  • Wenn Kopfschmerzen nach einem Unfall auftreten
  • Wenn Kopfschmerzen immer wiederkehren
  • Kopfschmerzen mit hohem Fieber
  • Wenn sich der Schmerz verändert
  • Bei psychischen Veränderungen, die zusätzlich zu den Kopfschmerzen auftreten, zum Beispiel bei einer Verringerung der Gedächtnisleistung oder starken Stimmungsschwankungen
  • Bei Schmerzen die immer stärker werden und immer häufiger auftreten
 
Konzeption, Design und Realisierung von PaderMedien
Petra Krause
Dipl. Krankenschwester
Ernährungstrainerin